Diogenes

Photophinish

Nun ja, man muß nicht gleich HR nacheifern, der aus purer Langeweile vier Turniereabende in einer Woche stapelte (HET, SKW, HSK und eben Diogenes), aber etwas Spielpraxis könnten die müden Knochen der SKWler schon vertragen. Es zeigt sich immer wieder bei den Mannschaftskämpfen.
Ricardo Staak spielte wie ein junger Gott (oder eher seine Gegner wie alte Zombies?) und gewann auch gegen HR. Damit hatten beide 6/7 und die Feinwertung entschied gegen HR, dessen Turniergegner reihenweise in der letzten Runde umkippten. Macht nix, hab eh schon zuviel Altmetall, was sich auf den Borden stapelt.

Weiß: Hein . . . . . Schwarz: HR
1.e4 c5 2.Sc3 g6 3.g3 Lg7 4.Lg2 Sc6 5.d3 d6 6.Le3 f5 (HR hat lieber die Initiative bei mieser Stellung, als umgekehrt.) 7.Sge2 Sf6 8.f3 Se5 9.f4 Sc6 10.h3 Ld7 11.exf5 gxf5 12.d4 cxd4 13.Sxd4 0-0 (OK, Weiß hat “gewonnen”, Schwarz hat zuerst rochiert. Klar, daß bei weißer 0-0 sofort h5 nebst h4 fällig gewesen wäre.) 14.Sf3 De8 15.Sd5 Dg6 16.Sxf6+ Lxf6 17.Kf2 Kh8 (Das Nehmen auf b2 geht natürlich nicht gut: sobald der Läufer weg muß, und das ist alsbalde, fällt b7 und das Trio Ld7/Sc6/Ta8 sieht ganz alt, lies Qualle, aus.) 18.h4 Tg8 19.Th3 h6 20.Dd5 (Das aber gibt Schwarz die Gelegenheit zu einem Zwischenzug, nichts sprach gegen 20.c3.) 20....Lxb2 21.Tb1 Le6 22.Dd2 Lf6 (Nach 22....Df6 hängt Txb2 immer in der Luft) 23.Txb7 Tac8 24.a3 Dg7 25.Sg5 Lc4 26.Ld5 Lxd5 27.Dxd5 Sd8 (Hoppla! Das ging nach hinten los! Aber trotzdem war es keine schlechte Idee, der Murks liegt in den zwei folgenden Zügen:) 28.Txa7 Txc2+ 29.Kf3 (Der König mußte wühl oder obel nach e1, und der Turm nach d7, wo er ewig mit Txd8 droht. Jetzt steht er auf Matt und wird beharkt!) 29....Dg6 30.h5 De8 31.Dxf5 (Was sonst? Der Springer hat ein Problem.) 31....Dc6+ (Hieran grübelte HR die Rekordzeit von 15 Minuten, natürlich hatte er wieder nicht alles kalkuliert und es ging nur zufällig. Aber im Notfall wäre ja 31....hxg5 32.Dxc2 g4+ gegangen, auch mit Mehrfigur. Mehr bekommt Schwarz auch in der Partie nicht, nur sind im Gegensatz zur angegebenen Variante keine faulen Tricks mehr drin.) 32.Se4 Dc4 33.Sd2 (Alternativen: 33.Lf2 Dd3+ 34.Kg2 Txf2+ 35.Kxf2 Dd4+, 33.Ld2 Dd3+ 34.Kg2 Txd2+, 33.Sf2 De2+ 34.Ke4 Tc4+, 33.Sxd6 De2+ 34.Ke4 Tc4+ und schließlich das unübersichtliche 33.Sxf6 De2+ 34.Ke4 Tc4+ 35.Kd5 e6+ und nun a)36.Dxe6 Dd3+, b)36.Kxd6 Tc6+ 37.Ke5 - Weiß muß das Zwischenmatt auf h7 aufrechterhalten, sonst ist die Dame im Eimer - 37....Dxe3+ 38.De4 Dc5+ 39.Dd5 Dxa7) 33....Txd2 34.Lxd2 Df1+ 35.Ke3 Dg1+ (Und zum dritten Mal erwischt es den verlaufenen Turm auf a7.) 36.Ke2 Dxa7 37.g4 Sc6 38.Le3 Sd4+ 39.Lxd4 Dxd4 40.Td3 Dc4 41.Kf3 Dc6+ 42.Ke3 Dc1+ (Schwarz möchte den potentiellen Schwindel Txd6 nach Möglichkeit vermeiden und gibt daher erst mal ein paar unverbindliche Schachs.) 43.Ke4 Dh1+ 44.Ke3 Dh3+ 45.Ke4 Dg2+ 46.Ke3 Txg4 aufgegeben

HR

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